Arbeitsrecht

Arbeitsrecht: Trotz Krankschreibung ins Büro

Viele Arbeitnehmer, die sich vor Ablauf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wieder arbeitsfähig fühlen, möchten zur Arbeit gehen. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist kein Arbeitsverbot, sondern eine vom Arzt vorgenommene Prognose, über den wahrscheinlichen Krankheitsverlauf. Daher können Arbeitnehmer grundsätzlich die Arbeit wieder aufnehmen, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen.

Ein Mitarbeiter, der trotz Krankschreibung, wieder arbeiten möchte, hat den üblichen Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung, ebenso wie in der Krankenversicherung. Der Versicherungsschutz umfasst auch die Wege zum Betrieb. Dies gilt grundsätzlich auch, wenn der Mitarbeiter nur kurzzeitig zur Arbeit erscheint. Ratsam ist, dass sich Arbeitnehmer beim Arbeitgeber melden, wenn sie trotz ihrer Krankschreibung zur Arbeit kommen möchten. So ist bei einem möglichen Unfall klar, dass es sich im Zweifel um einen Wegeunfall zur Arbeit handelt. Arbeitgeber, die Mitarbeiter einsetzen, die arbeitsunfähig sind, können aber auch gegen die ihnen obliegende Fürsorgepflicht verstoßen und sich ggf. Schadensersatzpflichtig machen. Arbeitsunfähigkeit bedeutet, dass der Mitarbeiter objektiv nicht in der Lage ist, seine Arbeit zu verrichten oder die Gefahr besteht, dass sich sein Zustand in absehbarer Zeit verschlimmert. Arbeitgeber sollten sich daher, wenn sie Mitarbeiter trotz Krankschreibung arbeiten lassen, persönlich vergewissern, dass der Mitarbeiter einen arbeitsfähigen Eindruck macht. Ist dies nicht der Fall, sollte der Arbeitgeber im Rahmen der ihm obliegenden Fürsorgepflicht den Betriebsarzt einschalten oder den Gesundheitszustand des Arbeitnehmers anderweitig fachlich überprüfen lassen. (Quelle: AGA Unternehmerverband, 23.02.2018)

,

Kommentare geschlossen