BV GFGH: GFGH begrüßt Trend zu regionalen Marken und Bierspezialitäten

Düsseldorf, 4. Mai 2015. Mindestlohn und Mautgebühren bremsen leicht positive Branchenentwicklung – GFGH setzen weiter auf hohe Investitionen in Personalentwicklung und intelligente Technologien – Forderung an Coca-Cola, Mehrweggebinde nicht aufzugeben. 

Die anhaltend positive Entwicklung der Binnenkonjunktur wirkt sich auf die Geschäfte des deutschen Getränkefachgroßhandels nur marginal aus. „Die Konsumenten geben ihr Geld eher für Technik, Mode, Urlaub und Immobilien aus als für mehr höherwertige Getränke“, berichtet Günther Guder, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes GFGH, über die Stimmung bei seinen Mitgliedsbetrieben, die auch die alljährliche Konjunkturumfrage bei rund 20 Prozent seiner 556 Mitgliedsbetriebe widerspiegelt. Danach erwarten gut 50 Prozent für das erste Halbjahr 2015 lediglich gleichbleibende Umsätze und Erträge im Vergleich zum Vorjahr. Die gemeldeten Umsätze stiegen 2014 um 1,75 Prozent (Vorjahr 4,48 Prozent) auf 20,48 Mrd. Euro (Vorjahr 20,13 Mrd. Euro). Damit liegen die Mitglieder des Bundesverbandes im Durchschnitt knapp über dem Umsatzplus aller Getränkefachgroßhändler, das das Statistische Bundesamt mit 1,6 Prozent nominal ausweist, wogegen die Umsätze real preisbereinigt um 0,3 Prozent zurückgingen. Die Angaben der Verbandsmitglieder zur Gewinnsituation schwanken sehr und bestätigen den langjährigen Trend zu Firmenkonjunkturen. 83 Prozent der Betriebe melden ein Ertragsplus, 16 Prozent einen Gewinnrückgang.

Die gemeldeten Umsatz- und Gewinnerwartungen für das erste Halbjahr 2015 sprächen ebenfalls für eine weiterhin angespannte Ertragssituation. Nur 20,7 Prozent erwarten steigende Umsätze. Im Vorjahr waren es noch 54,13 Prozent, resultierend wohl auch aus der Fußball-WM 2014. 51,4 Prozent (Vorjahr 30,3 Prozent) erwarten gleichbleibende Umsätze und 26,7 Prozent (Vorjahr 15,6 Prozent) Umsatzrückgänge. In ähnlichem Umfang gehen die Gewinnerwartungen zurück: von 42,7 Prozent für das erste Halbjahr 2014, die steigende Gewinne erwarteten, auf nunmehr 19 Prozent. 54,3 Prozent (Vorjahr 40,5 Prozent) erwarten gleichbleibende und 26,7 Prozent (Vorjahr 16,9 Prozent) rückläufige Gewinne.

„Unsere Mitgliedsunternehmen stehen nach wie vor unter Ertragsdruck“, betont Günther Guder, hervorgerufen durch die fast permanenten Promotionaktivitäten im LEH und beim Discounter. 75 Prozent der verkauften Menge vermarkteten die zehn Top-Biermarken auch im Jahr 2014 dauerhaft über Promotion. Zwar sei erfreulich, dass der durchschnittliche Promotionpreis für namhafte nationale Premiumbiere im Jahr 2014 endlich über das Niveau von 10,00 € stieg. Allerdings seien in letzter Zeit wieder vereinzelt Angebote unter 10,00 € zu beobachten. Weniger erfreulich sei jedoch, dass sich die Schere zwischen Non-Promotionpreis (12,92 € laut GfK im Jahr 2014) und Promotionpreis (10,42 €) weiter auf 2,50 € geöffnet habe. Zu DM-Zeiten betrug der Abstand lediglich 1,00 DM, also etwa 0,50 €. Die Anhebung der Herstellerpreise im Herbst 2013 und Frühjahr 2014 hatten über die entsprechende Weitergabe beim GFGH für eine gewisse Entlastung in den Bilanzen gesorgt. Staatlich administrierte Vorgaben wie der Mindestlohn und die Ausweitung der Maut zehrten dagegen den gewonnenen Spielraum weitgehend wieder auf.

Bier ist mit Abstand immer noch der Haupt-Umsatzträger im Getränkefachgroßhandel, der rund 80 Prozent des Biermarktes als Absatzmittler zwischen Brauereien und dem Lebensmittel- und Getränkehandel sowie der Gastronomie managt. Erstmalig seit 2006, dem Jahr der Fußball-WM in Deutschland, stieg der Bierabsatz im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr.  Regionale Bierspezialitäten legten im Jahr 2014 mengenmäßig um 0,5 Prozent und wertmäßig um 2,9 Prozent zu, wogegen nationale Pilsmarken mengenmäßig um 3,7 Prozent und wertmäßig um 1,2 Prozent verloren. Dank weiter steigender Beliebtheit der Craft-Biere und vieler neuer Spezialitäten regionaler Brauereien nahm die Biervielfalt in Deutschland in den letzten fünf Jahren weiter zu. Der Bundesverband sieht in den regionalen Bieren und Spezialitäten eine wesentliche Chance für die Mitgliedsunternehmen. „Unsere Firmen haben im Gegensatz zum LEH oder den Discountern in ihren rund 7.000 eigenen Getränkefachmärkten die geeigneten Fachkräfte, die Kompetenz und den Platz für die notwendige Betreuung und Präsentation, die immer mehr Konsumenten Spaß bereiten und sowohl den Brauereien als auch unseren Betrieben eine höhere Wertschöpfung ermöglicht“, begrüßt Guder diese Entwicklung, für die der Verband schon lange auch gemeinsame Bier-Workshops mit der Bier-Sommelière Sylvia Kopp auflegt. Ebenso positiv wirkt sich das Engagement von immer mehr GFGH-Unternehmen auf dem Gebiet der Sozialen Medien aus. Folgerichtig stehen die geplanten Investitionen in die IT (26 Prozent) an zweiter Stelle hinter denen mit 38 Prozent in den Fuhrpark. Insgesamt wächst im Vergleich zum Vorjahr die Bereitschaft zu Investitionen in die Betriebe: 32,2 Prozent (Vorjahr 20,7 Prozent) wollen mehr investieren als im Jahr 2014.

Die konsequente Modernisierung der Getränkefachmärkte durch Verbesserung der Optik und Platzierungsmöglichkeiten sowie die intensiven Personalschulungen zu den Produktbereichen Wein, Mineralwasser und seit einiger Zeit auch Bier(Spezialitäten) zeigt Wirkung. Die GFM melden für 2014 auch ein Umsatzplus von 2,3 Prozent gegenüber einem Minus von 1,5 Prozent im Jahr 2013.17,5 Prozent (Vorjahr 30 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe erwarten eine positive Umsatzentwicklung im Bereich ihrer Getränkefachmärkte im Jahr 2015. Immerhin 52,4 Prozent (Vorjahr 34 Prozent) rechnen mit gleichbleibenden Umsätzen ihrer GFM. Die durchaus optimistische Einschätzung zur positiven Umsatzentwicklung im Bereich Getränkefachmärkte führt der Bundesverband auf die anhaltenden Aktivitäten und Investitionen zurück, die den Einkauf für den Konsumenten dank Erlebniswelten, fachkundigem Personal, großer Sortimentsvielfalt und regionaler Spezialitäten auch gegen den preisaggressiven Lebensmitteleinzelhandel und Discounter attraktiv machen.

Wie im Vorjahr wollen über 96 Prozent der Unternehmen mehr oder mindestens gleichbleibend in ihre Getränkefachmärkte investieren. Unverändert hoch mit 17,7 Prozent ist die Planung, 2015 mehr Fachpersonal einzustellen (Vorjahr 17,2 Prozent). Die Getränkefachgroßhändler stellen sich nachhaltig mit fachkompetentem Kundendienst den Marktanforderungen, den Konsumenten Spezialitäten nahe zu bringen, die Wirkung der Mineralwässer zu erläutern oder die Gastronomie zu beraten.

Die vollständige Presseinformation zum Herunterladen.

GFGH-Geschäftsbericht 2014 zum Herunterladen.

 

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