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Europäische Vereinigung der GFGH-Verbände (CEGROBB) tagte vom 19. – 21.05.2016 in Dresden

Auf Einladung des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels tagte die europäische Vereinigung der Getränkefachgroßhandelsverbände (CEGROBB) unter der Leitung des Präsidenten Günther Guder vom 19. – 21.05.2016 in Dresden. In seiner Begrüßung ging er nicht nur auf die derzeitigen großen politischen Diskussionen auf EU-Ebene ein sondern auch auf die im Markt zu registrierenden Umbrüche. Die Digitalisierung führt im europäischen Maßstab zu erheblichen Änderungen des Verbraucherverhaltens. Deshalb wird es maßgeblich auf die Verbindung von stationärem Geschäft und Online-Aktivitäten ankommen. Amazon tritt als neuer Wettbewerber bei der Belieferung der Endverbraucher auf und auch Cash-&-carry-Formate engagieren sich verstärkt in der direkten Belieferung der Gastronomie. Der europäische Getränkefachgroßhandel ist deshalb gefordert, seinen Service im B2B-Bereich und die Nutzenargumentation im B2C-Bereich anzuspitzen und zu verbessern. Dies geht allerdings nur mit gut ausgebildeten Mitarbeitern.  

Als Zusammenschluss der europäischen Getränkefachgroßhandelsverbände hat CEGROBB die Aufgabe, auf die rechtlichen Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene zu achten und die Mitgliedsstaaten sowohl durch Gedanken- und Ideenaustausch als auch durch geeignete Aktionen und direkte Lobbyarbeit wie etwa beim Mehrwegschutz oder der Professional Drivers Directive (Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz) zu unterstützen.  

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Diese Themen standen auch im Fokus der intensiven Diskussionen der teilnehmenden acht Mitgliedsstaaten. Großes Interesse fanden die Ausführungen von Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, der ausführlich zu den Plänen der Europäischen Kommission zu einem Circular Economy Package (Kreislaufwirtschaftspaket) Stellung nahm. Zu kritisieren ist daran, dass der Fokus eindeutig zu stark auf die Förderung von Recycling gelegt wurde, während die Abfallvermeidung durch Mehrweg in dem vorgelegten Konzept kaum eine Rolle spielt. Hier wird es auf europäischer Ebene zu vielen Gesprächen sowohl im Bereich der Kommission als auch im Europäischen Parlament kommen.

Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war der Vortrag von Timo Schubert, Geschäftsführer von ADS Insight, der die Möglichkeiten der Lobbyarbeit auf europäischer Ebene am Beispiel der „Professional Drivers Directive“ erläuterte, die in Deutschland durch das Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz umgesetzt wurde. Hier geht es der CEGROBB um die Verringerung der Belastungen besonders von kleinen und mittelständischen Betrieben, deren Fahrer Lenkzeiten von max. 30 Prozent des Arbeitstages erreichen, während die Fahrer großer und international agierender Transportunternehmen den ganzen Tag im LKW unterwegs sind. Die Belastung des Getränkefachgroßhandels durch die Anforderungen im Bereich der Schulungen wurde mit rund 25,5 Mio. Euro in acht Mitgliedsstaaten angegeben.

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Zudem wurde die Unsitte diskutiert, den Gästen in der Gastronomie immer häufiger kostenloses Leitungswasser anzubieten, und Möglichkeiten besprochen, dieses Verhalten zu ändern. Den Abschluss der Diskussionen bildete ein „round table“, an dem alle acht Mitgliedsstaaten über die wichtigsten Marktentwicklungen in ihren Heimatländern berichteten. In dieser Runde wurde auch das traurige Ergebnis bekannt, dass die Terroranschläge in Paris und Brüssel kurzfristig massive Umsatzeinbrüche von 30 bis 40 Prozent mit sich brachten und selbst heute noch Auswirkungen haben.

Abgerundet wurde die Tagung durch einen Besuch der Radeberger Brauerei mit einer Verkostung von Braufactum-Craft-Bieren und passenden Snacks sowie das Abschlussdinner auf Schloss Eckberg bei herrlichem Wetter und gutem Ausblick auf die Elbe und die Silhouette der Stadt Dresden. Alles in allem war dies eine erfolgreiche Veranstaltung, für die dem Bundesverband als Organisator ein herzliches Dankeschön zuteilwurde. Im nächsten Jahr trifft sich die CEGROBB vom 18. – 20.05.2017 in der Schweiz.

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