Auditorium

Forum BrauBeviale: „Mehrwegschutz! – Deutschland als Vorbild für Europa?“

Unser Verband hatte am 08.11.2016 die Möglichkeit, anlässlich der Forumsveranstaltung der BrauBeviale in Nürnberg wichtige Gedanken zum Status Quo und zur weiteren Entwicklung des Mehrwegschutzes in Europa vorzustellen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen zum kürzlich vorgelegten Entwurf eines Verpackungsgesetzes in Deutschland sowie der Beschlussfassung auf europäischer Ebene über ein Kreislaufwirtschaftspaket im nächsten Frühjahr war das Thema in höchstem Maße aktuell.  

Frau Clarissa Morawski, Geschäftsführerin der neu gegründeten Reloop-Plattform, stellte aus europäischer Sicht Instrumente zur Unterstützung des Mehrwegsystems vor und skizzierte die aktuelle Diskussion auf europäischer Ebene.  

Herr Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, setzte sich mit der etwas provokanten Frage auseinander, ob innovative Brauereien mit ihrer Gebindepolitik das Mehrwegsystem in Deutschland gefährden. Nach wie vor stützen die deutschen Brauer mit einer Mehrwegquote von über 80 Prozent maßgeblich das gesamte Mehrwegsystem in Deutschland. Allerdings seien kritische Entwicklungen wie die steigende Anzahl von Individualflaschen sowie – besonders bei neuen Produkten und Spezialitäten – der Trend zu Einwegverpackungen oder Mehrwegverpackungen mit eingeschränkter Nutzung feststellbar.  

Bühne

Herr Staatssekretär a. D. Clemens Stroetmann, Geschäftsführer der Stiftung Initiative Mehrweg, befasste sich mit der aktuellen gesetzlichen Situation und der wenig ambitionierten Mehrwegschutzpolitik der Bundesregierung in den letzten drei Jahren.  

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit allen drei Referenten unter zusätzlicher Beteiligung von Herrn Roland Demleitner, Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien Deutschland, wurden nochmals die Aspekte der einzelnen Vorträge intensiv beleuchtet. Herr Demleitner führte aus, dass der Verband Private Brauereien Deutschland seine Mitglieder sensibilisiere, auf Mehrweg-Poolverpackungen zu setzen, und sich auch nicht scheue, bei Missbrauch wettbewerbsrechtlich gegen Hersteller vorzugehen.  

Referenten

V. l. n. r.: Herr Günther Guder, Herr Clemens Stroetmann, Frau Clarissa Morawski, Herr Roland Demleitner, Herr Jürgen Resch

Alles in allem ist Deutschland im europäischen Kontext nach wie vor ein Vorbild in Sachen „Mehrwegsysteme“. Allerdings schwächelt diese Position, nicht zuletzt aufgrund der fehlenden politischen Initiativen in den letzten Jahren.

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