IMG_1759

Generalversammlung des europäischen Getränkefachgroßhandelsverbandes CEGROBB tagte vom 17. – 19.05.2018 in Valencia, Spanien

Spanien zeigte sich nicht nur beim Wetter von seiner besten Seite. Die spanischen Kollegen sorgten auch für ein interessantes fachliches und kulturelles Rahmenprogramm. So war der Nachmittag des ersten Tages dem praktischen Erfahrungsaustauch unter Kollegen gewidmet. Der Besuch der Aldisa Transcontinental SA vermittelte einen Einblick in die logistischen Abläufe, die Lagerverwaltung und -organisation sowie in die kleinteilige Belieferung der Gastronomie mit Getränken, Tiefkühl-Food sowie Ergänzungssortimenten im Großraum Valencia.

Zu Beginn der am darauf folgenden Tag stattgefundenen Generalversammlung skizzierte Günther Guder, als Präsident der CEGROBB, sowohl die politischen als auch die rasanten Veränderungen in den Märkten der jeweiligen Mitgliedsländer und die sich daraus ergebenden Herausforderungen. Die Arbeit des europäischen Verbandes konnte dabei in den letzten Jahren viel zur Bewältigung der Aufgaben der einzelnen Mitglieds-Organisationen beitragen.

Die Festlegung einer zukünftigen Lobbystrategie für den Mehrwegschutz und die Mehrwegförderung sowie die Verbesserung des Recyclings durch Einwegpfandsysteme war dann eines von vier wichtigen Themen bzw. Diskussionsschwerpunkten der Generalversammlung Vor dem Hintergrund der bestehenden europäischen Abfallhierarchie wurde hierzu ein Positionspapier verfasst und die Durchführung der 7. ReUse-Conference im Herbst 2019 beschlossen – nach den Wahlen zum Europäischen Parlament und der Bildung der neuen Kommission.

Weitere Themen der Lobbyarbeit waren die in 2017 erfolgten, erheblichen Anstrengungen zur Veränderung der Berufskraftfahrer-Richtlinie mit Ausnahmen, die dem Getränkefachgroßhandel in Europa zugutegekommen wären. Kurz vor Beendigung der sogenannten Trilog-Verhandlungen konnte allerdings eine Ad-hoc-Koalition der Trucker-Gewerkschaft, europäischen Polizei und der Lobbyvereinigung der Schulungsanbieter die vom Transportkomitee des Europäischen Parlamentes vorgeschlagenen Erleichterungen bis zur Unkenntlichkeit verwässern. Eine Ausweitung der Tachografenpflicht auf Transportfahrzeuge ab 2,4 t – wie erst letzte Woche vom Europäischen Parlament gefordert – konnte ebenfalls vor den Verhandlungen zwischen Kommission, Europäischen Parlament und Mitgliedsstaaten (Trilog) nicht mehr verhindert werden. Jetzt kommt es darauf an, nochmals die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten zu sensibilisieren.

Die in den letzten Jahren in allen europäischen Ländern eingeführte LKW-Maut und die damit verbundene Auswirkung auf die Wettbewerbsfähigkeit des Getränkefachgroßhandels war ein weiteres Diskussionsthema der Generalversammlung. Vor allem die bereits diskutierten Pläne der Kommission, zukünftig eine Bemautung ab 3,5 t vorzuschlagen, werden als weitere erhebliche Belastung angesehen.

Weiterer Diskussionsschwerpunkt war die für 2020/2021 bevorstehende Prüfung der Regelungen bezüglich der sog. „vertikalen Vertriebsbeschränkungen“. Hierzu gehören auch die Getränkebezugsverträge, die in ganz Europa von den Brauereien und Getränkefachgroßhändlern mit der Gastronomie abgeschlossen werden. Die CEGROBB-Mitglieder werden hierzu mit den jeweiligen Brauerkollegenverbänden ihrer Länder in Kontakt treten und ggf. eine gemeinsame Haltung formulieren.

Abschließend wurde ausführlich und engagiert über mögliche neue Dienstleistungen des Getränkefachgroßhandels für die Hersteller und Kunden im Hinblick auf die sich weiter entwickelnde Digitalisierung der Branche anhand der Beispiele „Flaschensortierung“ und „Einwegrücknahme und –verwertung“ diskutiert. Um sich zu allen genannten und weiteren Themen intensiver und auch zeitnaher austauschen zu können, werden nun zusätzlich zur Generalversammlung jedes Jahr ein bis zwei Telefonkonferenzen organisiert werden. Abgerundet wurden die intensiven fachlichen Diskussionen mit dem Besuch des einzigartigen Naturparks Albufera sowie der „Ciutat de les Arts i les Ciénces“, einem kulturellen und architektonischen Gebäude- und Parkkomplex in Valencia, der als modernes Wahrzeichen der Stadt gilt, gebaut in einem trockengelegten Flussbett des Turia. In dem auch hier liegenden „Oceanic Ristorante“ fand das abschließende Dinner aller Teilnehmer statt.

Muchas Gracias España et a bientôt à Portugal, dem Gastgeber der nächsten Generalversammlung, die in Porto stattfinden wird.

, , ,

Kommentare geschlossen